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Hg.: Institut zur Förderung qualitativer
Drogenforschung, akzeptierender Drogenarbeit
Mit rotem Sternchen markierte
Bücher sind, so lange der Vorrat reicht, auch als Mängelexemplare zum stark reduzierten Sonderpreis erhältlich!!!! |
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Die vom Institut zur Förderung qualitativer Drogenforschung, akzeptierender Drogenarbeit und rationaler Drogenpolitik (INDRO e.V.) herausgegebene Reihe zur qualitativen Drogenforschung und akzeptierenden Drogenarbeit will diese Lücke schließen. Beabsichtigt ist, - die rein statistische Ebene der Problembetrachtung "Drogengebrauch-Drogenabhängigkeit" durch idiographisch orientierte Forschung in biographischer Perspektive zu ergänzen und damit die "Subjektlosigkeit der Drogenforschung aufzuheben, - die drogenfixierte Blickrichtung durch Einbeziehung aktueller Ergebnisse aus soziologischer, kulturanthropologischer und entwicklungspsychologischer Forschung zu durchbrechen und - methodische Verfahrensweisen ins Zentrum der Analysen zu stellen, die die Person-Umwelt-Interaktionen aus der subjektiven Sicht der Betroffenen berücksichtigt. INDRO e.V. verfolgt mit dieser Forschungsreihe die Zielsetzung, Wege einer betroffenenorientierten Forschung und Drogenarbeitspraxis zu erschließen und somit einen Beitrag zur Linderung und möglichen Lösung drogeninduzierter Lebens- und Gesellschaftsprobleme zu leisten. Diese Buchreihe versteht sich ferner als Forum eines zu versachlichenden öffentlichen "Drogendiskurses". Durch sie sollen verstärkt wissenschaftliche Erkenntnisse in die gesellschaftliche Diskussion eingebracht werden, um so zur Förderung einer drogenpolitischen Rationalität beizutragen. ___________________________________________ Bisher sind folgende Bücher veröffentlicht worden: Zurhold, Heike: Drogenkarrieren von Frauen im Spiegel ihrer Lebensgeschichten. Bd. 1 der INDRO-Buchreihe. Verlag für Wissenschaft und Bildung. Berlin 1993. 230 S. [Achtung: Dieser Band ist vergriffen. Eine Kopie der Publikation auf Diskette (pdf-Datei) kann jedoch beim Verlag bestellt werden - nur nach telefonischer Absprache mit Amand Aglaster unter 030-2510415.] Das Thema "Drogengebrauch von Frauen" erfreut sich
zwar in den letzten Jahren einer zunehmenden Publizität, eine kritische Reflexion
vorherrschender Erklärungsmuster zu weiblichen Drogenkarrieren bleibt jedoch bis heute
aus. Noch immer dominiert in der Frauenfachdiskussion die Vorstellung, daß der Konsum
illegaler Drogen das Resultat einer pathologisch verlaufenden Mädchensozialisation sei.
Ferner wird der Gebrauch illegaler Drogen mit einer zwangsläufigen
Abhängigkeitsentwicklung sowie dem Verlust von Handlungsautonomie gleichgestellt, was
folglich die Begründung für das universalistische Abstinenzpostulat und die These von
der Therapiebedürftigkeit liefert. INDRO e.V. (Hg.): Reader zur niedrigschwelligen Drogenarbeit in Nordrhein-Westfalen. Bd. 2 der INDRO-Buchreihe. Verlag für Wissenschaft und Bildung. Berlin 1994. 226 S., € 13,30 Das drogenpolitisch brisante Thema niedrigschwelliger
Drogenarbeit gewinnt in den letzten Jahren zunehmend an Gewicht. Immer stärker wird die
Forderung nach drogenpolitischen Erneuerungen und Verbesserungen, speziell auch im
konkreten Zugang zu Drogenabhängigen, die bisher nicht erreicht wurden. Gefordert wird
die Entwicklung und praktische Erprobung neuer, an den unmittelbaren Bedürfnissen der
Adressaten orientierter Handlungsmodelle, die in der Lage sind, die sozialen
Lebensbedingungen der Drogenabhängigen im gegebenen rechtlichen Rahmen so zu verbessern,
daß damit die Risiken, die mit dem Gebrauch illegaler Drogen verbunden sind, zumindest
verringert werden. Gerlach, R./ Schneider, W.: Methadon- und Codeinsubstitution. Erfahrungen. Forschungsergebnisse. Praktische Konsequenzen. Bd.3 der INDRO-Buchreihe. Verlag für Wissenschaft und Bildung. Berlin 1994. 163 S., € 13,70 Methadon- und Codeinbehandlungen bei Drogenabhängigen stehen
weiterhin im Zentrum der Diskussion in Drogenhilfe und Drogenpolitik. In der Vergangenheit
hat sich gezeigt, daß sich ausschließlich abstinenzorientierte Konzepte und Strategien
im Drogenhilfebereich als weitgehend ineffizient erwiesen haben. Seit Mitte der achtziger
Jahre befindet sich die Drogenarbeit jedoch in einer Umbruchphase. Ausgelöst wurde dieser
Richtungswechsel weg von einer stringent abstinenzorientierten Drogenhilfe hin zu einer
akzeptanzorientierten Drogenarbeit durch mehrere Faktoren. Maßgeblich war hier nicht nur
die geringe Reichweite des eher hochschwelligen Drogenhilfesystems. Die sich von Jahr zu
Jahr erhöhende Zahl von Drogentodesfällen, die zunehmende gesundheitliche und soziale
Verelendung der Drogenabhängigen in den öffentlichen Drogenszenen sowie ständig
steigende gesellscahftliche Sekundärkosten (Beschaffungskriminalität etc.)
"zwangen" zu einem Beschreiten neuer Wege. Die starke Verbreitung der
HIV-Infektionen und das Aufkommen der Immunschwächekrankheit AIDS unter intravenös
applizierenden Drogenkonsumenten taten ein übriges, um auch in der BRD Methadon- und
Codeinbehandlungen langsam salonfähig zu machen. akzept e.V. (Hg.): Drogen ohne Grenzen. Dokumentationsband zum 3.akzept Bundeskongreß. 6.-9. Oktober 1994 in Münster. Bd.4 der INDRO-Buchreihe. Verlag für Wissenschaft und Bildung. Berlin 1995. 360 S., € 16,30 Nicht allein in der Bundesrepublik, sondern in ganz Europa steht
die Drogenpolitik vor einer Neubestimmung ihrer fundamentalen Ziele und praktischen
Strategien. In der Europäischen Union (einschließlich der Schweiz) leben heute knapp
eine Mio. Menschen, die regelmäßig illegalisierte, sog. Harte Drogen konsumieren.
Überall sind sie von gesellschaftlicher Ächtung, Strafverfolgung, gesundheitlichen
Gefährdungen durch unsauberen Stoff und von dem Zwang zur illegalen Drogenbeschaffung
betroffen. Die strikte Verbotspolitik treibt sie ins gesellschaftliche Abseits, vielerorts
ins soziale Elend. Schneider, Wolfgang: Risiko Cannabis? Bedingungen und Auswirkungen eines kontrollierten, sozial-integrierten Gebrauchs von Haschisch und Marihuana. Bd. 5 der INDRO-Buchreihe. Verlag für Wissenschaft und Bildung. Berlin 1995. 168 S., € 15,20 Die aktuelle drogenpolitische Diskussion verdeutlicht, daß es
sich bei über 50% der polizeilich erfaßten "Rauschgiftdelikte" um allgemeine
Konsumverstöße gegen das BtMG handelt, wobei wiederum über 50% auf Cannabisprodukte
entfallen. Auch der sog. "Haschisch-Beschluß" des Bundesverfassungsgerichtes
vom 28.4.1994 ändert an dieser Situation wenig. Der Gebrauch von Hanfdrogen ist zwar nun
endlich (teil-)entkriminalisiert, ohne jedoch die Strafbarkeit grundsätzlich
aufzuheben.Diese Publikation stellt einen ersten Versuch dar, nicht nur die
Kultur-Verbotsgeschichte dieser nützlichen Pflanze nachzuzeichnen, sondern auch den
aktuellen Stand sozialwissenschaftlicher Forschung zum "Cannabisproblem"
herauszuarbeiten, um einige noch immer gängige Mythen zum Haschisch- und
Marihuanagebrauch zu relativieren (Suchtpotential von Cannabisprodukten, substanzbezogene
Kausalität der Entwicklung eines amotivationalen Syndroms, "Einstiegsdroge"
Cannabis etc.). Schroers, Artur: Szenealltag im Kontaktcafé. Eine sozial-ökologische Untersuchung von akzeptanzorientierter Drogenarbeit. Bd. 6 der INDRO-Buchreihe. Verlag für Wissenschaft und Bildung. Berlin 1995. 211 S., € 16,30 Das sogenannte Kontaktcafé ist zum Kristallisationspunkt einer
niedrigschwelligen, akzeptanzorientierten Drogenarbeit geworden. Um so mehr verwundert es,
daß bis heute keine sozial-ökologische Studie vorliegt, die die innere Dynamik, das
Alltagsgeschehen der Drogenszene im Kontaktcafé selbst analytisch aufarbeitet und daraus
Konsequenzen für eine pragmatisch orientierte und schadensbegrenzende Drogenarbeit
gezogen hat. Mit dieser Publikation wird nun versucht, diese Forschungs- und Praxislücke
zu schließen. *Kemmesies, Uwe: Kompulsive Drogengebraucher in den Niederlanden und Deutschland. Die offene Drogenszene in Amsterdam und Frankfurt. Bd. 7 der INDRO-Buchreihe. Münster 1995. 326 S., € 19,00 (reduziertes Mangelexemplar € 5,00) Die hier vorgelegte - vom MAGS NRW und der Stadt Frankfurt am
Main geförderte - internationale Vergleichsstudie zwischen den Niederlanden und
Deutschland stößt in eine bisher kaum bearbeitete Lücke der Drogenforschung vor.
Systematische Vergleiche von (aktuellen) Gebrauchern illegaler Drogen aus
unterschiedlichen Ländern sind äußerst rar. Dies verwundert, denn ein Vergleich von
Drogengebrauchern aus Ländern mit divergenten drogenpolitischen Handlungsformen bietet
die Möglichkeit, differenziertere Einblicke in den Zusammenhang von gesellschaftlichen
Kontextbedingungen (Drogenhilfesystem, Justiz etc.) und den Ausdrucksformen des
Drogenumgangs zu gewinnen: Generieren differente drogenpolitische Zugänge
unterschiedliche Drogenumgangsformen? Oder etablieren sich trotz einer unterschiedlichen
Drogenpolitik mehr oder weniger gleiche Ausdrucksformen des Gebrauchs illegaler Drogen? Estermann, Josef: Sozialepidemiologie des Drogenkonsums. Zu Prävalenz und Inzidenz des Heroin- und Kokaingebrauchs und dessen polizeiliche Verfolgung. Bd. 8 der INDRO-Buchreihe. Verlag für Wissenschaft und Bildung. Berlin 1996. 195 S., € 16,30 Die gesellschaftliche Auseinandersetzung um den Drogenkonsum hat
seit den achtziger Jahren vor allem mit der schnellen Verbreitung von HIV und einer
erhöhten Sterblichkeit der Konsumierenden beträchtlich an Schärfe gewonnen. Die
vorliegende Sozialepidemiologie des Drogenkonsums gibt Auskunft über die Zahl der Heroin
und Kokain konsumierenden Personen. Sie beruht auf der statistischen Auswertung von
Massendaten der polizeilichen Repression und zur Mortalität in Verbindung mit Ergebnissen
qualitativer Biographieforschung. Schneider, Wolfgang: Der gesellschaftliche Drogenkult. Essays zur Entzauberung von Mythen in Drogenhilfe, Drogenforschung und Drogenpolitik. Bd. 9 der INDRO Buchreihe. Verlag für Wissenschaft und Bildung. Münster 1996. 130 S. (Achtung: vergriffen! Aktualisierte und erweiterte fassung siehe Band 23). Ausgehend von der Feststellung, daß der illegale Drogengebrauch
Ausdruck realer gesellschaftlicher Problemstellungen ist, geht es in diesen Essays darum,
die gesellschaftliche Konstruktion des gegenwärtigen "Drogenkultes"
aufzuarbeiten. Die hierbei gemachten theoretischen wie praktischen Aussagen zur
gesellschaftlichen Konstruktion des "Drogenproblems" werden gewissermaßen in
Perspektive dargestellt: Ziel ist es, das gängige handlungsanleitende
"Wissensystem" vom Gebraucher illegalisierter Drogen als frühkindlich
gestörtes, krankes Defizitwesen, als Mythos zu entzaubern. Kolte, Birgitta: "Was für einen Sinn hat es, immer nüchtern zu
sein?" Wie Frauen Cannabis konsumieren. Bd. 10 der INDRO-Buchreihe. Verlag
für Wissenschaft und Bildung. Berlin 1996. 119 S., Die Legalisierung von Cannabis wird bei uns noch immer heftig
und kontrovers diskutiert. Immer lauter und vielfältiger werden dabei die Stimmen derer,
die kritisch mit der herrschenden staatlichen Drogenpolitik der Prohibition und Repression
umgehen und auf deren negative Folgen hinweisen. Alte Mythen, Tabus und Denkverbote, die
dieser Art der Drogenpolitik zugrundeliegen, werden entlarvt, Gedankengefängnisse
aufgebrochen, neue Sichtweisen auf den Konsum von Drogen entwickelt. Vogt, Irmgard: Bella Donna. Die Frauendrogenberatungsstelle im Ruhrgebiet. Ergebnisse der wissenschaftlichen Begleitforschung. Bd.11 der INDRO-Buchreihe. Verlag für Wissenschaft und Bildung. Berlin 1997. 133 S., € 12,60 Die Frauenberatungsstelle "BELLA DONNA" wurde 1993 in
Essen eröffnet als erste Einrichtung im Ruhrgebiet, die sich mit ihren Angeboten
ausschließlich an drogenkonsumierende, drogengefährdete und drogenabhängige Mädchen
und Frauen sowie ihre Mütter, Schwestern, Freundinnen wendet. Im neuen Ambiente konnten
neue Ansätze in der Arbeit mit drogenabhängigen Mädchen und Frauen ausprobiert werden;
es konnte überhaupt Neues gewagt werden. Dazu gehört die offene Sprechstunde für
Ratsuchende, die alle Mädchen und Frauen in Anspruch nehmen können, und die sie nicht
verpflichtet, die Beratungsstelle noch einmal aufzusuchen. Dazu gehört sozialpädagogisch
orientierte Einzel- und Gruppenbetreuung und die Arbeit mit einer Mädchengruppe, die als
Kinder von drogenabhängigen Eltern ihre eigenen Schwierigkeiten haben. Die Arbeit der
Frauendrogenberatungsstelle "BELLA DONNA" wurde über 3 Jahre hin
wissenschaftlich begleitet; die Ergebnisse der Begleitforschung werden hier vorgestellt. akzept e.V. (Hg.): DrogenVisionen. Dokumentationsband zum 4. akzept Bundeskongreß. 12.-15. September 1996 in Saarbrücken. Bd. 12 der INDRO-Buchreihe. Verlag für Wissenschaft und Bildung. Berlin 1997. 330 S., € 20,00 Im Europa der Zukunft wird auch weiterhin ein repressiver Umgang
mit den Gebrauchern von psychoaktiven Substanzen auf der Tagesordnung stehen. Ein
vernunftbezogener und nicht strafbewährter Umgang mit Drogen ist und bleibt das zentrale
Anliegen des "Bundesverbandes für akzeptierende und humane Drogenpolitik" -
akzept e.V. Ein eigenverantwortlicher und und risikoarmer sowie kulturell eingebundener
Umgang mit Drogen ist möglich. Er kann aber nur erlernt, unterstützt oder erst initiiert
werden, wenn gesetzliche und soziale Rahmenbedingungen geschaffen sind, die Menschen nicht
in soziale Armut und Perspektivlosigkeit drängt. Schneider, Wolfgang (Hg.): Brennpunkte akzeptanzorientierter Drogenarbeit. Bd. 13 der INDRO-Buchreihe. Verlag für Wissenschaft und Bildung. Berlin 1997. 163 S., € 16,30 Die Aufbruchstimmung, die mit der Konzeptualisierung und
Umsetzung einer akzeptanzorientierten Drogenhilfe verbunden war, weicht mehr und mehr
einer verschwommenen Methodisierung; eine subtil "verkaufte" Medizinalisierung
und Psychiatrisierung tritt immer stärker in den Vordergrund. Diabolisierungsszenarien
bestimmen weiterhin die wissenschaftliche und öffentliche Diskussion. Weber, Georg/Schneider, Wolfgang: Herauswachsen aus der Sucht illegaler Drogen. Kontrollierter Gebrauch und Selbstheilung. Bd. 14 der INDRO-Buchreihe. Verlag für Wissenschaft und Bildung. Berlin 1997. 335 S., € 20,00 Dieser Band ist die Neuauflage der ersten deutschen Studie zum
Phänomenkreis eines autonom kontrollierten Gebrauchs illegalisierter Drogen wie Heroin
und Kokain. Darüber hinaus werden in dieser qualitativen Forschungsstudie - die durch das
MAGS NRW, das Ministerium für Wissenschaft und Forschung NRW und das "alte"
Bundesministerium für Jugend, Familie, Frauen und Gesundheit gefördert wurde - die
Bedingungen und Erscheinungen von Selbstausstiegsprozessen und therapiegestützten
Ausstiegsverläufen nebst ihren praktischen Konsequenzen herausgearbeitet. Diese
Forschungsstudie konnte nicht nur neue "entmystifizierende" Einsichten in die
Drogenproblematik aufzeigen, sondern auch neue "bedürfnisgerechte" Perspektiven
für den Umgang mit ihr präsentieren. "Herauswachsen aus der Sucht illegaler
Drogen" kann ohne Übertreibung als Standardwerk qualitativer Drogenforschung
angesehen werden. Josef Estermann (Hg.): Auswirkungen der Drogenrepression. Illegale Drogen: Konsum, Handel, Markt und Prohibition. Bd. 15 der INDRO-Buchreihe. Verlag für Wissenschaft und Bildung. Berlin 1997. 268 S., € 19,40 Die Drogenrepression, die strafrechtliche Verfolgung des Konsums
von und des Handels mit illegalen Betäubungsmitteln, hat in Europa seit über 30 Jahren
fast ständig zugenommen. In den letzten Jahren wurde vermehrt die Frage gestellt, ob denn
die Repression das geeignete Mittel zur Reduktion der gesellschaftlichen Probleme rund um
Drogenkonsum und Drogenhandel sei. Insbesondere der in den neunziger Jahren trotz massiv
verstärkter Polizeiarbeit beobachtete Preiszerfall bei den Substanzen Kokain, Haschisch
und vor allem Heroin ließ Zweifel an der Effizienz der ergriffenen Maßnahmen aufkommen.
Die infektionsepidemiologischen Probleme, welche beispielsweise Hepatitisviren (Typus B
und nun vor allem C) und HIV verursachen, konnten durch polizeiliche und justitielle
Repression nicht gelöst werden. Wolfgang Schneider/ Rolf Buschkamp/ Anke Follmann (Hg.): Heroinvergabe und Konsumräume. Perspektiven akzeptanzorientierter Drogenarbeit. Bd. 16 der INDRO-Buchreihe. Verlag für Wissenschaft und Bildung. Berlin 1997. 203 S., € 18,40 Die Einrichtung von sog. Konsumräumen zur hygienisch
kontrollierten Applikation von Drogen und die staatlich kontrollierte Vergabe von
Originalsubstanzen sind "die" zur Zeit brisanten Themen innerhalb
drogenpolitischer Erörterungen. *Kathrin Pfingsten: Frauen zwischen Autonomie und Abhängigkeit. Zum Verhältnis feministischer und akzeptanzorientierter Konzepte in der Drogenhilfe. Bd. 17 der INDRO-Buchreihe. Verlag für Wissenschaft und Bildung. Berlin 1997. 152 S., € 15,00 (reduziertes Mangelexemplar € 5,00) Im Blick auf wissenschaftliche Fachdiskurse zeigt sich, daß
feministische und akzeptanzorientierte Diskussionszusammenhänge im Rahmen von Drogenhilfe
und Drogenforschung noch weitgehend nebeneinander her existieren, sich zum Teil jedenfalls
ignorieren. Konkrete Praxisentwürfe für eine integrative, frauenspezifische und
akzeptanzorientierte Drogenhilfe stehen bis dato immer noch aus. Die Autorin unternimmt
nun den Versuch, diese Lücke durch eine praxisbezogene und theoriegestützte Verknüpfung
beider Denkansätze zu schließen. Folgende Fragestellungen stehen im Zentrum der Analyse: *Heike Zurhold: Kriminalität und Kriminalisierung drogengebrauchender Frauen. Kritische Analyse der justitiellen Sanktionspraxis und Möglichkeiten der Depönalisierung. Bd. 18 der INDRO-Buchreihe. Verlag für Wissenschaft und Bildung. Berlin 1998. 150 S., € 15,00 (reduziertes Mangelexemplar € 5,00) Die vorliegende Arbeit versucht,
den Zusammenhang zwischen Kriminalität und Kriminalisierung drogengebrauchender Frauen
kritisch zu analysieren, die gegenwärtige justitielle Sanktionspraxis aufzuarbeiten und
Möglichkeiten von Depönalisierungsprozessen aufzuzeigen. Dieser achtzehnte Band in der
Reihe "Studien zur qualitativen Drogenforschung und akzeptierenden
Drogenarbeit", hrsg. von INDRO e.V., zielt darauf, gängige Stereotypisierungen über
Drogengebraucherinnen und ihre "Abweichung" durch eine "dichte"
Beschreibung der variablen und komplexen Lebensstile drogengebrauchender Frauen zu
relativieren. Vor dem Hintergrund einer systematischen Analyse der tatsächlichen
Auswirkungen von Strafverfolgung und Kriminalisierung für das Justizsystem einerseits und
für die Betroffenen andererseits werden in diesem Buch erstmalig konkrete Maßnahmen von
Depönalisierungsstrategien als Haftvermeidungsmöglichkeiten im Rahmen des geltenden
BtMGs entwickelt. Dabei wird auch die Frage beantwortet, ob Sanktionierung und
Pönalisierung, gemessen an den eigentlichen Zielen und den realen Folgen, überhaupt
zweckmäßig ist. Abgeschlossen wird diese Studie dann auch durch die Skizzierung einer
entpönalisierenden Drogen- und Kriminalpolitik. Hans-Peter von Aarburg: Heroindampfscheibenwirbel: Eine kulturanthropologische und ethnopsychoanalytische Studie des Folienrauchens in Zürich zwischen 1990 und 1995. Band 19 der INDRO-Buchreihe. Verlag für Wissenschaft und Bildung. Berlin 1998. 359 S., € 20,00 Das Folienrauchen verbreitete sich in der Schweiz
anfangs der 90er Jahre rasch, wobei allerdings die Zahl der Heroinkonsumierenden insgesamt
stabil blieb. Mit ethnographischen Mitteln wird hier diese Konsumform des Heroins in ihrem
historischen und sozialen Kontaxt dargestellt. Objektive Rahmenbedingungen wie der
Afghanistankrieg geraten dabei ebenso ins Blickfeld wie der öffentliche Umgang mit der zu
Beginn des Jahrzehntes einsetzenden wirtschaftlichen Rezession. In Interviews mit rund 50
Jugendlichen wird insbesonders nach unerwartet vielfältigen und widersprüchlichen Formen
meist unbewußten Nutzens gefragt, den die physische und soziale Selbstgefährdung den
Drogenkonsumierenden bietet. Etwa den oft beklagten "Beschaffungsstress" einmal
als haltgebende "Tagesstruktur" zu sehen, vermittelt wichtige Einblicke in die
Mechanismen süchtigen Drogenkonsums. Wichtige Anhaltspunkte ergeben auch sorgfältig
analysierte Ausdrücke des Zürcher Gassenslangs. Wie in einem Zerrspiegel lassen sich
auch auf dieser sprachlichen Ebene karikierte konsumgesellschaftliche Werte
wiedererkennen. Artur Schroers/Wolfgang Schneider: Drogengebrauch und Prävention im Party-Setting. Eine sozial-ökologisch orientierte Evaluationsstudie. Forschungsbericht. Bd. 20 der INDRO-Buchreihe. Verlag für Wissenschaft und Bildung. Berlin 1998. 190 S., € 21,50 Mit dieser sozial-ökologisch
orientierten Evaluationsstudie zum Zusammenhang von Drogengebrauch und
Präventionsmaßnahmen im Party-Setting wurde neben der explorativen Erfassung des
Drogengebrauchs bei 385 Personen sowie der spezifischen Drogengebrauchsmuster im Techno-
und Ravekontext versucht, speziell entwickelte Präventionsmedien (sog.
Party-Drogen-Infocards) "vor Ort" auf ihre Zielgruppennähe und Akzeptanz zu
überprüfen. Um prozeßhaft die subjektiven Wissensbestände und Erfahrungen mit
Partydrogen (insbesondere Ecstasy) und die sie prägenden Umfeldbedingungen exemplarisch
an zwei Orten (Münster und Essen) zu erfassen, wurde - wohl zum ersten Mal in der
Partydrogenforschung - die aufwendige Kombination von qualitativen und quantitativen
Forschungsmethoden gewählt (Fragebogenerhebung, fokussierte Interviews,
Behavior-Setting-Analysen). *Verena Schmidt: "Alte" Politik gegen "neue" Drogen? Cannabis in den 60ern/70ern und Ecstasy in den 90ern: zwei bundesdeutsche "Jugenddrogen"-Debatten im Vergleich. Band 21 der INDRO-Buchreihe. Verlag für Wissenschaft und Bildung. Berlin 1998. 184 S., € 17,00 (reduziertes Mangelexemplar € 5,00) Spätestens seit Beginn der 90er
Jahre und mit steigender Tendenz wächst insbesondere bei Jugendlichen und jungen
Erwachsenen die Popularität von Partydrogen wie Ecstasy. Wie reagiert die Drogenpolitik
auf diese Erscheinung? Die vorliegende, qualitative Vergleichsstudie drogenpolitischer
Presse-Debatten um Ecstasy von 1992 bis 1997 und um Cannabis von 1967 bis 1972
verdeutlicht in der Analyse eine weitgehende Übereinstimmung der "alten"
Cannabis- mit der "neuen" Ecstasypolitik in ihren Deutungsmustern: Das
repressive Deutungsmuster ("Drogengefahr abwehren"), das anti-repressive
Deutungsmuster ("Droge tolerieren" bzw. "Repressionsfolgen vermeiden")
und das pragmatische Deutungsmuster ("Drogengefahr nicht durch Repression
vergrößern"). Akzept e.V./Trimbos Institut (Hg.): The Times They Are A-Changin'. Internationaler Kongreß über neue und aktuelle Ansätze akzeptierender Drogenarbeit und Drogenpolitik. Band 22 der INDRO-Buchreihe. Verlag für Wissenschaft und Bildung. Berlin 1999. 286 S., € 24,50 "The Times They Are
A-Changin'" war der erste internationale akzept-Kongreß und gleichzeitig der erste,
der nicht in Deutschland stattfand. Diese Internationalität machte aber auch deutlich,
daß es eine gesamteuropäische Drogenpolitik und Drogenhilfelandschaft derzeit nicht bzw.
noch nicht gibt. Repressions-orientierte und liberale Ansätze stehen sich immer noch -
zum Teil unversöhnlich - gegenüber.
Wolfgang Schneider: Drogenmythen. Zur
sozialen Konstruktion von "Drogenbildern" in Drogenhilfe,
Drogenforschung und Drogenpolitik. Band 23 der INDRO-Buchreihe. Verlag für
Wissenschaft und Bildung. Berlin 2000. 197 S., € 18,40 Schneider, W./Buschkamp, R./Follmann, A. (Hg.): Cannabis - eine Pflanze mit vielen Facetten. Band 24 der INDRO-Buchreihe. Verlag für Wissenschaft und Bildung. Berlin 2000. 109 S., € 13,30 Dieser
24. Band in der Reihe "Studien zur qualitativen Drogenforschung und
akzeptierenden Drogenarbeit", hrsg. von INDRO e.V., basiert auf einer
Informationsveranstaltung mit dem Titel "Cannabis - eine Pflanze mit vielen
Facetten", die am 29.9.1999 an der Fachhochschule Münster stattfand. Der
Mythos Cannabis scheint inzwischen durch die Anerkennung von Cannabis als
Medizin und durch die Gewinnung von Faserhanf weitestgehend entzaubert. Jedoch
im Hinblick auf Cannabis als ein Genuß- und Rauschmittel beherrschen nach wie
vor Dramatisierungsszenarien und Mythenbildungen gespeist aus Drogenangst,
Bedrohlichkeitsempfinden und Fehlinformation die wissenschaftliche und
insbesondere auch die öffentliche Diskussion. Mit dieser Aufsatzsammlung soll
nun der dringend notwendige drogenpolitische Diskurs bezüglich Cannabis
versachlicht und dazu beigetragen werden, durch die Präsentation von Daten und
Fakten die noch vorherrschenden "Cannabismythen" zu entzaubern.
Andrea Oppmann:
Gesellschaftlicher
Umgang mit Sucht am Beispiel drogenabhängiger Frauen im Strafvollzug. Band
25 der INDRO-Buchreihe. Verlag für Wissenschaft und Bildung. Berlin 2000. 144
S.,
Vier
Frauen erzählen ihre Erfahrungen mit Drogen, Abhängigkeit und den
gesellschaftlichen Reaktionen auf ihr Verhalten. Alle vier Frauen saßen zum
Zeitpunkt ihrer Erzählungen im Gefängnis. Was ist das: "Sucht" -
"Abhängig sein"? Wie erleben wir in unserer Gesellschaft Abhängigkeit,
und wie wurden wir zu dem, was wir sind? Was bedeutet es, in unserer
Gesellschaft als süchtig beschrieben zu werden und sich selbst als abhängig zu
empfinden? Wie gehen wir im Alltag mit Sucht und Abhängigkeit um, und wie gehen
wir mit Menschen um, die wir als Süchtige oder Abhängige bezeichnen? Wie
erleben sich Frauen, die aufgrund ihrer Abhängigkeit inhaftiert werden? Für
jeden Menschen werden die möglichen Antworten anders ausfallen. Die Autorin führt
durch diese Fragen und bietet ihre - vorläufigen - Antworten zum Nachdenken an. * Jürgen Neumeyer: Drogenpolitik im Straßenverkehr. Band 26 der INDRO-Buchreihe. Verlag für Wissenschaft und Bildung. Berlin 2000. 133 S., € 15,00 (reduziertes Mangelexemplar € 5,00)"Drogenpolitik und Straßenverkehr, ein
Thema, bisher verkürzt auf 'Drogen und Fahrtüchtigkeit', das seit der Einführung
des neuen Ordnungswidrigkeitstatbestands (§ 24 a Abs. 2 StVG) immer mehr fatale
Konsequenzen zeitigt: Insbesondere Cannabiskonsumenten kann, obwohl sie nicht am
Straßenverkehr teilgenommen haben, der Führerschein auf dem Verwaltungswege
entzogen werden. Schon bei bloßer Kenntnis von einmaligem Haschischbesitz ohne
Zusammenhang mit dem Straßenverkehr kann eine medizinisch-psychologische
Untersuchung (MPU) zum Nachweis der Kraftfahreignung angeordnet werden. Dieser
26. Band in der Reihe "Studien zur qualitativen Drogenforschung und
akzeptierenden Drogenarbeit", hrsg. von INDRO e.V., geht der zentralen
Frage nach, welchen Einfluß verschiedene drogenpolitische Ziele, Interessen und
Wertvorstellungen auf das Gesetzgebungsverfahren, also die politische Umsetzung
der Interessen im Themenbereich "Drogen im Straßenverkehr" hatten und
haben. Mit dieser Publikation liegt wohl erstmals im deutschsprachigen Raum eine
fundierte, analytische Rekonstruktion der Entwicklungslinien hin zu einer Kritik
im Rahmen 'Drogenpolitik (mit anderen Mitteln) im Straßenverkehr" vor. * Sebastian A. Schmidt: Prävalenz sexuellen Kindesmißbrauchs bei Opiatabhängigen. Band 27 der INDRO-Buchreihe. Verlag für Wissenschaft und Bildung. Berlin 2000. 95 S., € 13,00 (reduziertes Mangelexemplar € 5,00)Der
gesellschaftliche Umgang mit illegalem Drogenkonsum und sexuellem Kindesmißbrauch
ist heute mehr denn je von Tabus, Ignoranz und Mystifizierung geprägt. Nicht
selten gehen diese Tabus (in ihren Auswirkungen) auf Kosten der Betroffenen, die
als gesellschaftliche "Sündenböcke" oder als ewig zum Schweigen
verdammte Opfer das Nachsehen haben. Die vorliegende Studie "Prävalenz
sexuellen Kindesmißbrauchs bei Opiatabhängigen" als 27. Band
in der Reihe "Studien zur qualitativen Drogenforschung und akzeptierenden
Drogenarbeit", hrsg. von INDRO e.V., relativiert die noch dominierenden
Drogenmythen zum Thema Kindesmißbrauch und Drogenabhängigkeit. In seinen Schlußfolgerungen
plädiert der Autor für einen sachlichen und offenen Umgang mit diesen
brisanten Themen. * Christine Hölzmann: Ärztliche Verschreibung von Heroin und die sozialpädagogische Begleitung. Band 28 der INDRO-Buchreihe. Verlag für Wissenschaft und Bildung. Berlin 2000. 197 S., € 20,00 (reduziertes Mangelexemplar € 10,00)Die
ärztliche Verschreibung von Heroin ist das zur Zeit meist diskutierte
drogenpolitische Thema. Mit dieser Studie als dem 28. Band in der Reihe
"Studien zur qualitativen Drogenforschung und akzeptierenden
Drogenarbeit", hrsg. von INDRO e.V., werden die Möglichkeiten einer
ärztlichen Verschreibung von Heroin an sog. Schwerstabhängige und dessen
Bedeutung für die sozialpädagogische Drogenhilfepraxis ins Zentrum der
wissenschaftlichen Auseinandersetzung gestellt. Insbesondere die
wissenschaftlichen Ergebnisse zu den Heroinvergabeprojekten in der Schweiz
werden einer gründlichen Prüfung unterzogen, um auch mögliche
Transferbedingungen für die geplante Etablierung derartiger Projekte als
Arzneimittelprüfungsverfahren in der BRD auszuloten und kritisch zu
hinterfragen. Mit dieser Untersuchung liegt eine umfassende Aufarbeitung und
kritische Würdigung zum Thema der ärztlich kontrollierten Heroinvergabe als
ein weiteres, schadensminimierendes Angebot der Drogenhilfe vor. * Andre Frohnenberg: "Du sollst keine Drogen nehmen!" Konstruktivistische Perspektiven für die Drogenhilfe. Band 29 der INDRO-Buchreihe. Verlag für Wissenschaft und Bildung. Berlin 2000. 91 S., € 13,00 (reduziertes Mangelexemplar € 5,00)Wie
werden gesellschaftliche "Drogenbilder" konstruiert, wie die
Verhaltensaufforderung "Du sollst keine Drogen nehmen!"? Dieser 29.
Band in der Reihe "Studien
zur qualitativen Drogenforschung und akzeptierenden Drogenarbeit", hrsg.
von INDRO e.V., versucht mit einer "neuen" Sichtweise, mit Hilfe einer
konstruktivistischen Perspektive, die unterschiedlichen Wahrnehmungsfolien des
gesellschaftlich hergestellten "Drogenproblems" aufzuarbeiten. Dabei
wird das Konstrukt "Der Drogengebraucher als hilfloses Objekt" dem vom
"Der Drogengebraucher als autonomes Subjekt" gegenübergestellt. Die
Ergebnisse dieser "konstruktivistischen" Auseinandersetzung münden in
eine überzeugende Praxistransferdiskussion. Hierbei wird das elfte Gebot
"Du sollst keine Drogen nehmen" in der traditionellen,
abstinenzbezogenen Drogenhilfe durch die Verhaltensregel "Jeder hat das
Recht, Drogen zu konsumieren und diese frei zu wählen" im Rahmen
akzeptanzorientierter Drogenhilfe ersetzt. Schneider, Wolfgang (Hg.): Illegalisierte Drogen. Alte Mythen - Neue Akzeptanz. Band 30 der INDRO-Buchreihe. Verlag für Wissenschaft und Bildung. Berlin 2001. 245 S., € 20,00 10 Jahre INDRO e.V. 10 Jahre gemeinsame Arbeit für die Umsetzung und Weiterentwicklung akzeptanzorientierter Drogenarbeit und qualitativer Drogenforschung. Dieser 30. Band in der Reihe "Studien zur qualitativen Drogenforschung und akzeptierenden Drogenarbeit", hrsg. von INDRO e.V., ist ein Jubiläumsband mit Aufsätzen von Gründern, Mitarbeitern und ehemaligen Mitarbeitern des INDRO e.V. Dieses Buch "Illegalisierte Drogen. Alte Mythen - Neue Akzeptanz" enthält ausgewählte Aspekte und Zukunftsperspektiven akzeptanzorientierter Drogenarbeit und Drogenpolitik:
Akzept e.V. (Hg.): Gesellschaft mit Drogen - Akzeptanz im Wandel. Studien zur qualitativen Drogenforschung und akzeptierenden Drogenarbeit. Band 31 der INDRO-Buchreihe. Verlag für Wissenschaft und Bildung. Berlin 2001. 342 Seiten., € 29,00
Dieser 31. Band in der INDRO-Buchreihe „Studien
zur qualitativen Drogenforschung und akzeptierenden Drogenarbeit“,
hrsg. Vom Bundesverband für akzeptierende und humane Drogenpolitik (akzept
e.V.) dokumentiert in aller Breite den von akzept e.V. und vielen
Kooperationspartnern veranstalteten 6. Internationalen Bundeskongress
„Gesellschaft mit Drogen – Akzeptanz im Wandel“, der vom 5.-7.10.2000 in
Berlin mit reger nationaler und internationaler Beteiligung stattfand. Der nach
1991 zum zweiten Mal in Berlin stattfindende Kongress hat sich mit der
Bestandsaufnahme nach 10 Jahren akzeptierender Drogenhilfe und Drogenpolitik
befasst. Trotz vieler drogenpolitischer Veränderungen im Rahmen der Verankerung
von Harm-Reduction-Maßnahmen konnte der Kongress folgendes Fazit ziehen: Von
einer gesellschaftspolitischen Akzeptanz von Drogengebrauchenden und
Substanzkonsum als Lebensstil, eigener Entscheidung sind wir nach wie vor weit
entfernt. Das Themenspektrum des Kongresses reicht von europäischer
Drogenpolitik, der Weiterentwicklung akzeptanz-orientierter Drogenarbeit und
Drogenpolitik, der Auseinandersetzung mit den Konzepten „Krankheit“,
„Abweichung“ oder „Lebensstil“, der (Re-)Medizi-nalisierung von Sucht
und Drogenhilfe?, Substitutionsbehandlungen in Deutschland, vom Modellprojekt
zur heroingestützten Behandlung, Konsumräumen, Drogennotfallprävention,
Harm-Reduction-Strategien im Umgang mit Genuss und Risiken bis hin zu
Modellprojekten im Rahmen europäischer Netzwerke. *Strieder, Christoph: Kontrollierter Gebrauch illegalisierter Drogen. Funktion und Bedeutung des Gebrauchs illegalisierter Drogen im gesellschaftlichen Kontext. Band 32 der INDRO-Buchreihe. Verlag für Wissenschaft und Bildung. Berlin 2001. 288 S., € 24,00 (reduziertes Mangelexemplar € 10,00)Dieser 32. Band in der Reihe "Studien zur qualitativen Drogenforschung und akzeptierenden Drogenarbeit", hrsg. von INDRO e.V., greift ein immer noch arg vernachlässigtes drogenpolitisches Thema auf. Es geht um die Möglichkeit eines regelorientierten, kontrollierten Gebrauchs illegalisierter Drogen. Die hier vorliegende qualitative kultur- und sozialisationstheoretische Untersuchung zur Funktion und Bedeutung des Gebrauchs illegalisierter Drogen berührt ein Tabuthema. Drogengebrauch wird in dieser Studie als Verhalten wie jedes andere - ohne moralische Bedenken - betrachtet. Neben phänomenologischen Überlegungen wird hier insbesondere die psychosoziale Bedeutung des Rausches im lebensweltlichen und gesellschaftlichen Zusammenhang diskutiert. Zentrales Ergebnis dieser explorativen Untersuchung ist, dass ein kontrollierter Gebrauch von illegalisierten Substanzen Folge eines subjektiven Lern-, Erfahrungs- und Aneignungsprozesses im umfeldspezifischen Kontext ist. Diese Studie macht wiederum deutlich, dass das immer noch vorherrschende Einbahnstrassenmodell des Gebrauchs illegalisierter Drogen als zwangsläufige Fahrkarte ins Jenseits relativiert werden muß.
*Hayner, Ekkehard: Akzeptanzorientierte Suchtprävention. Eine qualitative Studie über die Kommunikation Ostberliner Jugendlicher zu illegalisierten Drogen. Band 33 der INDRO-Buchreihe. Verlag für Wissenschaft und Bildung. Berlin 2001. 204 S., € 24,00 (reduziertes Mangelexemplar € 10,00)Dieser 33. Band in der Reihe "Studien zur qualitativen Drogenforschung und akzeptierenden Drogenarbeit", hrsg. von INDRO e.V., ist eine qualitative Studie über die Bedingungen und Chancen einer "Akzeptanzorientierten Suchtprävention" basierend auf einer Untersuchung über die Kommunikation Ostberliner Jugendlicher zu illegalisierten Drogen. Diese Studie stellt sich dem Anspruch praxisrelevanter Forschung, d.h. sie ermöglicht begründete Schlußfolgerungen, wie suchtpräventive Bemühungen sinnvoll ausgestaltet werden können. Sie kommt zu dem Ergebnis, dass illegalisierte Drogen im Rahmen traditioneller Konzepte zur Suchtprävention immer noch als eine große Gefahr für Jugendliche angesehen werden, gegen die diese "stark" gemacht werden sollen. Durch ihre Abstinenzforderung verliert diese Art der Suchtprävention jedoch den Kontakt zu ihren Adressaten. Diese breit angelegte Auseinandersetzung mit suchtpräventiven Konzepten in empirischer Ausrichtung kommt zu der Schlußfolgerung, dass in der Suchtprävention ein Paradigmawechsel hin zu einer akzeptanzorientierten Suchtprävention im Sinne einer sachgerechten Substanzaufklärung als konkrete Verbraucherberatung dringend notwendig ist.
Schneider, W./Buschkamp, R./Follmann, A. (Hg.): Grenzerfahrungen: Medizin, Drogenhilfe und Recht. Band 34 der INDRO-Buchreihe. Verlag für Wissenschaft und Bildung. Berlin 2001. 137 S., € 15,30 Dieser 34. Band in
der Buchreihe „Studien zur qualitativen Drogenforschung und akzeptierenden
Drogenarbeit“, hrsg. von INDRO e.V., basiert auf einer
Informationsfachveranstaltung zum Thema „Grenzerfahrungen: Medizin,
Drogenhilfe und Recht“, die am 12.9.01 im Ärztehaus der Ärztekammer
Westfalen-Lippe in Münster stattfand. Drogenhilfe und Medizin steht immer
noch vor einem Problem: Sie gerät mit allen Angeboten der Suchthilfe
(Substitution, niedrigschwellige Hilfsangebote der „Harm-Reduction“,
Drogenkonsumräume etc.) bei der gegebenen Gesetzeslage unweigerlich an die
Grenze zur Illegalität. Mit dieser Veröffentlichung werden einige der
unterschiedlichen rechtlichen Problembereiche im Rahmen der medizinischen
und drogenhilfepraktischen Unterstützungen für drogenkonsumierende Menschen
beschrieben und mögliche Wege zur Veränderung aufgezeigt. Themen:
Drogenhilfe und Ordnungspolitik, Drogen und Straßenverkehr, Rechtliche
Konsequenzen der Substitutionstherapie, Zur Umsetzung von
Drogenkonsumräumen, Entwicklungsgeschichte von Substitutionsbehandlungen bei
Drogenabhängigen, Zur Kritik suchtpräventiver Maßnahmen, Legalisierung -
Weder Kapitulation noch Ausweg.
*Holzer, T.: Globalisierte
Drogenpolitik. Die protestantische Ethik und die Geschichte des Drogenverbotes.
Band 35 der INDRO-Buchreihe. Verlag für Wissenschaft und Bildung. Berlin 2002.
167 S., € 17,00 (reduziertes Mangelexemplar € 10,00)
Dieser 35. Band in
der Buchreihe „Studien zur qualitativen Drogenforschung und akzeptierenden
Drogenarbeit“, hrsg. von INDRO e.V., behandelt das Thema einer
Globalisierung der Drogenpolitik aus historischer Perspektive. Zentrales
Erkenntnisinteresse ist, die Entstehung der Norm "Drogenverbot"
kulturgeschichtlich nachzuzeichnen. Betrachtet man die Entstehung und
Vorgeschichte des Drogenverbots, so gelangt man an empitisches Material, welches
die dominierende "medizinisch-pathologisierende Sicht" relativiert. Diese
Veröffentlichung erweitert nun die Drogenverbotsgeschichte um eine
politikwissenschaftliche Dimension. Insofern wird hier überaus tiefschürfend die
Bedeutung der politischen Aushandlung im Rahmen internationaler Konventionen und
nationalstaatlicher Umsetzungsprozesse detailreich aufgearbeitet und zu einer
politisch aufschlußreichen Gesamtkonstruktion verdichtet. Eine wichtige
Untersuchung, die die bisherige historische Lücke schließt.
Wildhagen, B.: "..., dass überhaupt einer mal was macht!" Qualitätskriterien akzeptanzorientierter, entklientifizierender Drogenarbeit aus der Sicht drogenerfahrener Frauen. Band 36 der INDRO-Buchreihe. Verlag für Wissenschaft und Bildung. Berlin 2002. 192 S., € 20,00 Dieser 36. Band in der Buchreihe „Studien zur qualitativen Drogenforschung und akzeptierenden Drogenarbeit“, hrsg. von INDRO e.V., entwickelt auf der Grundlage qualitativer Erhebungsmethoden einer konsequenten Subjektbezogenheit Qualitätskriterien für eine akzeptanzorientierte, frauenspezifische und entklientifizierende Drogenarbeit. Die qualitative Inhaltsanalyse von sieben "fokussierten" Interviews mit drogenerfahrenen Frauen zeigt deutlich auf, dass das immer noch in Teilen auf Drogenmythen basierende Drogenhilfesystem nicht in der Lage ist, das asymmetrische Verhältnis zwischen drogengebrauchenden Frauen und Professionellen aufzuheben. Dieser "heimliche Lehrplan" einer klientifizierenden Drogenhilfepraxis als Unterstellung genereller Behandlungsbedürftigkeit drogenkonsumierender Frauen macht eine gleichberechtigte, soziale Interaktion unmöglich: Sie führt zu einer Verfestigung der Opfer- und Klientenrolle im Rahmen professioneller "Fürsorglichkeit". Die Autorin entwirft mit dieser Studie einen empirisch gestützten Handlungsrahmen praxisbezogener Drogenarbeit, die bedürfnisbezogen, entklientifizierend und akzeptanzorientiert ausgerichtet ist. Voraussetzung dafür ist allerdings, die herrschenden Drogenmythen zu relativieren, die Komplexität lebensweltlicher und subjektiver Entwicklungsmöglichkeiten in ihrer drogenpolitischen Verwobenheit einzubeziehen und zu "denken".
Biesenbach, J.: Drogenpolitische Modelle und ihre Begründung. Band 37 der INDRO-Buchreihe. Verlag für Wissenschaft und Bildung. Berlin 2002. 141 S., € 15,00 Mitarbeiter der niedrigschwelligen Drogenarbeit, insbesondere der sogenannten Kontaktcafés, erleben den Alltag Abhängiger hautnah. Diese Erlebnisse innerhalb des Kontaktcafégeschehens stellen einen psychologischen Faktor dar, der die Arbeit in der akzeptanzorientierten Suchtkrankenhilfe immens beeinflußt. Umso notwendiger und überfällig ist eine tiefgehende Forschung und Analyse akzeptierender Drogenarbeit. Dieser 37. Band in der Buchreihe „Studien zur qualitativen Drogenforschung und akzeptierenden Drogenarbeit", hrsg. von INDRO e.V., schließt die bestehende Forschungslücke und weist auf weitere Defizite in der Drogenforschung hin. Die vorliegende Untersuchung deckt mit Hilfe qualitativer Forschung das Alltagsgeschehen in Kontaktcafés auf. Im Mittelpunkt stehen nicht die Drogenabhängigen, sondern die Angestellten der Kontaktcafés. Mit Hilfe von Tiefeninterviews wird ganz im Sinne der morphologischen Psychologie die Psychodynamik des alltäglichen (Seelen-)Erlebens der Angestellten nachgezeichnet und analysiert. Immer wiederkehrende gestalthafte Züge werden in unterschiedlichen Einrichtungen sichtbar, das Geschehen als „alles zerstörender Wirbel" entlarvt. Der Umgang der Mitarbeiter mit dem sich darbietenden Bild von Drogenabhängigkeit und Drogenabhängigen zeichnet sich in verschiedenen „Typen" ab, die sich im Spannungsfeld zwischen Faszination und Abwehr befinden. Abgeschlossen wird der vorliegende Band durch sich aus der Untersuchung ergebende drogenpolitische Forderungen, die vor allem im Hinblick auf die fortschreitende Akzeptanz und Durchsetzung der längst überfälligen Heroinverschreibung für Mitarbeiter niedrigschwelliger Drogeneinrichtungen (lebens-)notwendig und für eine effektive Drogenarbeit unabdingbar sind.
Inge Brachet: Zum Sinn des Junkie-Seins. Eine qualitative Studie aus existentialistischer Perspektive. Band 38 der INDRO-Buchreihe. Verlag für Wissenschaft und Bildung. Berlin 2003. 239 S., € 22,00 Die individuelle Bedeutung von Heroinabhängigkeit und der Zusammenhang mit
dem Selbstwertgefühl wird hier vor einem anthropologisch-existentialistischen
Hintergrund betrachtet. Es wird für den Menschen als notwendig angenommen,
seinen Wahrnehmungen und Erfahrungen innerhalb bestimmter Strukturen eine
subjektive Bedeutung und einen persönlichen Sinn zuzuweisen, was die
Orientierung an einem konsensuellen gesellschaftlichen Wertesystem voraussetzt.
Sie erlaubt dem Einzelnen, sein Verhalten zu beurteilen und sich als einen
wertvollen Menschen zu erleben, sofern er ihren Standards entspricht, und sich
gleichzeitig mit anderen zu vergleichen und (positiv) von ihnen abzugrenzen. Das
impliziert, daß der Mensch wesentlich auch selbst der Konstrukteur seines
jeweiligen aktuellen Selbstkonzepts ist. Wolfgang Schneider & Ralf Gerlach (Hg.): DrogenLeben. Bilanz und Zukunftsvisionen akzeptanzorientierter Drogenhilfe und Drogenpolitik. Band 39 der INDRO-Buchreihe. Verlag für Wissenschaft und Bildung. Berlin 2004. 350 S., € 34,00 Wo steht akzeptanzorientierte Drogenarbeit und Drogenpolitik heute? Was ist aus der Zielbestimmung geworden, drogenkonsumierende Menschen kooperativ und moderierend bei der Erarbeitung eines eigenverantwortlichen, risikobewussten, aber auch genussorientierten Umgangs mit illegalisierten Substanzen zu unterstützen? Sind drogenpolitische Ziele wie Entkriminalisierung und Legalisierung zu Grabe getragen worden? Dies sind Fragestellungen, denen sich diese Veröffentlichung annähern will. Dieser 39. Band in der Reihe „Studien zur qualitativen Drogenforschung und akzeptierenden Drogenarbeit“, hrsg. von INDRO e.V., versucht eine kritische Bilanz zu ziehen und die „Machbarkeit“ akzeptanzorientierter Drogenhilfe trotz weiterhin gegebener Drogenverbotspolitik aus der Praxisperspektive des INDRO e.V. zu verdeutlichen. Zur Ansicht des Inhaltsverzeichnisses von Band 39 bitte
hier klicken Baier, Claudia: Substitutionsbehandlung Opiatabhängiger im ländlichen Bereich. Band 40 der INDRO-Buchreihe. Verlag für Wissenschaft und Bildung. Berlin 2004. 148 S., €18,00 Wie kann eine Substitutionsbehandlung unter den strukturellen Bedingungen
einer ländlichen/dörflichen Region organisiert werden - oftmals ohne die
geforderte Möglichkeit zur Kooperation mit Drogenhilfeeinrichtungen bzw. ohne
erreichbare, verpflichtende Angebote zu psychosozialen Unterstützungs- und
Therapiemaßnahmen? Dass sich die Situation von Substituierten und Ärzten auf dem
Lande grundlegend anders als in der Großstadt gestaltet, zeigt die Autorin im
40. Band der Reihe Studien zur qualitativen Drogenforschung und akzeptierender
Drogenarbeit, hrsg. von INDRO e.V. Damit betritt diese Studie fachlich Neuland:
Zum ersten Mal nach den seit über 15 Jahren vorliegenden Ergebnissen zur
Substitutionsbehandlung in Deutschland erscheint eine Abhandlung über das
Setting der Substitution auf dem Lande. In qualitativ orientierten Interviews
berichten einerseits substituierte PatientInnen u.a. von ihrer Lebenssituation
und ihren je individuellen Motiven zur Aufnahme der Substitution gerade (und
gezielt) auf dem Lande; andererseits sprechen substituierende Ärzte über
bürokratische Hürden, aber auch 6uuml;ber pragmatische Lösungen struktureller
Probleme. In kritischer Auseinandersetzung mit suchttheoretischen
Erklärungsmodellen und besonders dem Krankheitskonzept macht diese Studie
deutlich, dass es nicht den geradlinigen Weg in die Abhängigkeit gibt. Ebenso
gestaltet sich der Ausstieg je individuell und in unterschiedlichen Phasen. Die
Mobilisierung eigener Ressourcen - auch mit Hilfe der ÄrztInnen - spielt bei der
Stabilisierung eine wesentliche Rolle, ebenso wie die soziale Integration, u.a.
über Erwerbstätigkeit. Die Substitutionsbehandlung auf dem Lande bietet -
letztlich durch den persönlichen und individuellen Einsatz beider Seiten - trotz
aller rechtlichen und fachlichen Widrigkeiten große Chancen für die PatientInnen,
sich aus dem Großstadt-Drogenmilieu zu lösen. Bernd Dollinger/Wolfgang Schneider (Hg.): Sucht als Prozess. Sozialwissenschaftliche Perspektiven für Forschung und Praxis. Verlag für Wissenschaft und Bildung. Band 41 der INDRO-Buchreihe. Berlin 2005, 336 Seiten, Preis: 36,00 EUR Was ist Sucht? Ein Denkmodell? Eine soziale Konstruktion? Ein einmal erreichter, statischer Zustand? Eine schwere, finale Krankheit? Ein dynamischer Entwicklungsverlauf? Die unterschiedlichen Beiträge in dieser Veröffentlichung versuchen die Spannbreite aktueller sozialwissenschaftlicher Ansätze im Rahmen moderner Suchtforschung und Drogenhilfepraxis wiederzugeben. Sie weisen nach, wie prozesshaft und dynamisch der Konsum unterschiedlichster Substanzen und auch subjektive und soziale Bedeutungszuschreibungen von Sucht sind. Das dynamische Geschehen drogengebrauchs-bezogener Entwicklungsverläufe jenseits von unterstellten, eindeutigen Ursachen verlangt von Forschung und Praxis eine stetige Neuorientierung und auch Überprüfung von „Sucht-Konstrukten“. Dieser Band will dazu beitragen, die Diskussionen über „die Suchtbegriffe“ und ihre Inhalte anzuregen, und somit in Drogenforschung und Hilfepraxis weitere Perspektiven zu eröffnen. Inhaltsverzeichnis: Bernd Dollinger: Sucht als Prozess. Eine Einführung Craig Reinarman: Sucht als Errungenschaft: Die diskursive Konstruktion gelebter Erfahrung Felix Tretter: Der humanökologische Ansatz in der Theorie der Sucht und in der Suchthilfepraxis Peter Degkwitz: „Sucht“ in einer „praxeologischen“ Sicht - Überlegungen zum Potential des soziologischen Ansatzes Bourdieus Hasso Spode: Was ist Alkoholismus? Die Trunksucht in historisch-wissenssoziologischer Perspektive Henning Schmidt-Semisch: Vom Laster zur Modellsucht. Einige Anmerkungen zur Karriere des Tabakproblems
Bernd Dollinger: Drogenkonsum als sinnhafter
Bewältigungsmechanismus. Methodologische Anmerkungen zu einer Jürgen Raithel: Substanzkonsum als lebensstilistische Inszenierung? Irmgard Vogt: Geschlecht, psychoaktive Substanzen und Sucht: Doing gender im Wandel Bernd Werse/Uwe E. Kemmesies/Oliver Müller: Kontrollierter Konsum illegaler Drogen - Einige Ergebnisse aus dem Projekt „Umgang mit illegalen Drogen im bürgerlichen Milieu“ Henning Schmidt-Semisch/Jan Wehrheim: Exkludierende Toleranz. Ordnung und Kontrolle im Kontext akzeptierender Drogenarbeit Gundula Barsch: Was ist dran am Binge Drinking? Ein Konzept und seine Hintergründe Wolfgang Schneider: Akzeptanzorientierte Drogenarbeit Maja Viethen: Methadon als Maßnahme akzeptanzorientierter Drogenarbeit: Ursprüngliche Zielsetzungen und erreichte Veränderungen. Eine kritische Bilanz Joachim Körkel: Rückfallprophylaxe mit Alkohol- und Drogenabhängigen
Birgitta Kolte: „In einer Spirale nach oben“ - Wege zu mehr
Selbstkontrolle und reduziertem Drogenkonsum. SCIP - Ein Self Control
Information Program für Heroin- und Kokainkonsumenten Heike Zurhold: Entwicklungsverläufe von Mädchen und jungen Frauen in der Drogenprostitution. Verlag für Wissenschaft und Bildung. Band 42 der INDRO-Buchreihe. Berlin 2005, 324 Seiten, Preis: 38,00 EUR Seit Jahren gibt es vor
allem in Großstädten spezielle Hilfeangebote, die sich an Mädchen und Frauen
wenden, die illegale Drogen konsumieren und sich prostituieren. Dessen
ungeachtet haben junge Drogenprostituierte bislang weder in der
Drogenforschung, noch in der neueren Jugendforschung als ein eigenständiges
Thema Berücksichtigung gefunden. Die vorliegende explorative Studie bietet
somit erstmals wissenschaftlich fundierte Erkenntnisse zu den
lebensgeschichtlichen Hintergründen, der Lebenswirklichkeit und
Alltagsbewältigung von Mädchen und Frauen in der Drogenprostitution. Gesa Thomas: Helden rauchen nicht!? Darstellung, Rezeptionsannahmen und Zensur von Drogen im Comic am Beispiel der Comicserie Lucky Luke. Verlag für Wissenschaft und Bildung. Band 43 der INDRO-Buchreihe. Berlin 2006, 171 Seiten, Preis: 24,00 EUR Comics spiegeln - wie andere Medien auch - durch deren
Thematisierung die gesellschaftliche und kulturelle (Be-)Deutung von Drogen
wider. Wolfgang Schneider: Die "sanfte Kontrolle" - Suchtprävention als Drogenpolitik. Verlag für Wissenschaft und Bildung. Band 44 der INDRO-Buchreihe. Berlin 2006, 96 Seiten, Preis: 15,00 EUR Suchtprävention richtet sich meist nicht an das, was Jugendliche und junge Erwachsene aktuell tun, sondern was sie tun könnten. Insofern wird "der" mögliche Drogenkonsument zum Objekt der Begierde fürsorglicher Präventionsanstrengungen und "sanfter" Kontrollstrategien vor einem häufig drameninszenierenden Hintergrund diffuser Gefahren- und Bedrohlichkeitsannahmen ("Die Seuche Cannabis"). Dabei ist gegenwärtig in der Suchtprävention ein Hang zu "Lösungstechnologien" festzustellen, und die Beherrschbarkeit sozialer Risken wird suggeriert. Wenn nur so früh wie möglich interveniert wird, dann wäre der Gebrauch psychoaktiv wirksamer Substanzen vermeidbar. Der Autor des 44. Bandes in der Reihe "Studien zur qualitativen Drogenforschung und akzeptierenden Drogenarbeit", herausgegeben von Indro e.V., rekonstruiert kritisch und teilweise auch provokativ die unterschiedlichen Formen suchtpräventiver Zugriffsweisen als "funktional-symbolische" Drogenpolitik. Suchtprävention und Drogenhilfe müssen sich auch aus Legitimationsgründen auf eine Problem-, Defizit- und Risikoblickrichtung "zielgruppenbezogen", "früherkennend" und "frühintervenierend" orientieren. Ihre Funktion ist dabei, das medial und somit auch "moralisch" hochstilisierte jugendliche Drogenproblem "erträglich" zu gestalten und die Öffentlichkeit durch symbolisch vermittelte Sinngebungen zu beruhigen. Abschließend wird ein realitätsgerechtes Konzept einer akzeptanz-orientierten Verbraucherbegleitung im Sinne der moderierenden Unterstützung einer "genussfähigen Drogengebrauchskompetenz" entworfen und in den Kontext einer kritischen Aufarbeitung funktionaler Drogenpolitik und Drogenhilfe gestellt. Wolfgang Schneider & Ralf Gerlach (Hg.): Drogenhilfe und Drogenpolitik - Kritische Gegenwartsdiagnosen. Verlag für Wissenschaft und Bildung. Band 45 der INDRO-Buchreihe. Berlin 2009, 156 Seiten, Preis: 22,00 EUR Die Autoren dieses 45. Bandes in der Reihe „Studien zur qualitativen Drogenforschung und akzeptierenden Drogenarbeit“, hrsg. von Indro e.V. werfen einen kritisch-diagnostischen Blick auf die Ausgestaltung gegenwärtiger Drogenhilfe und Drogenpolitik, nehmen sozusagen punktuell eine bilanzierende Gegenwartsanalyse vor, um darauf aufbauend aktuelle drogenhilfepraktische Entwicklungen aus akzeptanzorientierter Perspektive projektbezogen zu beschreiben und praktische Umsetzungsstrategien zu skizzieren. Die Themen reichen hier von „Drogenhilfe unter dem Diktat von Ökonomisierung, Qualitätssicherung, Evaluation und sozialer Kontrolle“, „Migration und ambulanter Drogenhilfe“, „Psychosoziale Unterstützungsangebote im Rahmen von Substitutionsbehandlungen“, „Drogenhilfe und alternde Konsumenten“, „Problem- und Risikodroge Cannabis?“, „Alkoholkonsum – (k)ein Thema der Drogenhilfe?“, „Konsumraum als Ort der Prävention von Drogennotfällen und Drogentodesfällen“, „Reise- und Take-Home-Möglichkeiten für Substitutionspatienten“. Diese Veröffentlichung ist auch als ein Beitrag zur möglichen Auflösung der drogenpolitischen Erstarrung von Drogenhilfe zu verstehen. Vielleicht ein Utopie?! Inhaltsverzeichnis: Vorwort Wolfgang Schneider: Der Kunde ist König!? – Drogenhilfe unter dem Diktat von Ökonomisierung, Qualitätssicherung, Evaluation und sozialer Kontrolle Anne Koopmann & Sabine Sturm: Migration und ambulante Drogenhilfe – neue Perspektiven Ralf Gerlach: Psychosoziale Arbeit mit Substituierten – einige unorthodoxe Gedanken jenseits des „Mainstreams“ Kristin Ebert & Sabine Sturm: „Alte Hasen - neue Hilfen“ - Was muss die Drogenhilfe für alternde Konsumenten tun? Wolfgang Schneider: Problem- und Risikodroge Cannabis?: Zur aktuellen drogenpolitischen Debatte um die Gefahren jugendlichen Cannabiskonsums Kristin Ebert: Alkoholkonsum - (k)ein Thema für die Drogenhilfe? Gil Vogt & Carsten Schmidt: Der Konsumraum als Ort der Prävention von Drogennotfällen und Drogentodesfällen – Ein Beispiel aus Münster Ralf Gerlach: 10 Jahre Internationale Koordinations- und Informationsstelle für Auslandsreisen von Substitutionspatienten Ralf Gerlach: Take-Home-Verordnungen von Substitutionsmitteln für Opiatabhängige bei Auslandsreisen – Positionsbestimmung und Änderungsvorschläge zur aktuellen Rechtslage Autoren und Autorinnen Robin Christen: Das "Cannabisproblem und die Wissenschaft. Eine kritische Auseinandersetzung mit der Expertise "Auswirkungen von Cannabiskonsum und -missbrauch" von PETERSEN & THOMASIUS (2007). Verlag für Wissenschaft und Bildung. Band 46 der INDRO-Buchreihe. Berlin 2009, 112 Seiten, Preis: 20,00 EUR Sowohl in der Bewertung eines möglichen therapeutischen Nutzens als auch in der Beurteilung gesundheitsschädlicher Konsequenzen bezieht sich die bis heute dominierende naturwissenschaftlich orientierte Cannabisforschung eher auf hypothetische, experimentell an Tieren unter Laborbedingungen gewonnene Annahmen als auf lebensweltnahe, verifizierte Erkenntnisse. Umso erfreulicher ist es, dass nun eine „neue“ wissenschaftliche Expertise vorliegt, die den aktuellen Forschungsstand zu den „Auswirkungen von Cannabiskonsum und –missbrauch“ unter evidenzbasierter Wissenschaftsorientierung im Sinne medizinischer, qualitätsgesicherter Standards und Leitlinien aufarbeitet. Erfreulich auch, dass es darüber hinaus jemand auf sich nimmt, diese „wissenschaftlich fulminante“ Expertise akribisch zu durchforsten, um deren Bedeutung und Aussagekraft für eine „objektive“ Einschätzung hinsichtlich der Gefahren des Konsums von Cannabisprodukten zu ermitteln. Der Autor dieses 46. Bandes in der Reihe „Studien zur qualitativen Drogenforschung und akzeptierenden Drogenarbeit“, herausgegeben von INDRO e.V. analysiert systematisch die Fragestellung, Zielsetzung, methodische Aufarbeitung und „evidenzbasierte“ Auswertung der Expertise, die als ein systematisches Review der international publizierten Studien zur Cannabisforschung von 1996 – 2006 angelegt ist. Im Ergebnis jedoch entlarvt der Autor diese Expertise als einen weiteren Beleg für einen gesellschaftlich bedeutsamen und somit öffentlichkeitswirksamen, ideologisierenden Diskurs, der sich weiterhin in einer zumeist pathologisierenden, defizitorientierten und zum Teil auch kriminalisierenden Betrachtungsweise manifestiert.
Ursula Unterkofler:
"Akzeptanz" als Deutungsmuster in der
Drogenarbeit. Eine qualitative Unter-suchung über die Entstehung und Verwendung
von Expertenwissen. Verlag für Wissenschaft und Bildung. Band 47 der
INDRO-Buchreihe. Berlin 2009, 152 Seiten, Preis: 26,00 EUR
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(Diese Seite wurde zuletzt überarbeitet am 25.06.2010) |