Infoblatt "Was tun bei Spritzenfunden?"
Von gebrauchten Spritzen können ernsthafte Gefahren für die Gesundheit ausgehen, da die Blutanhaftungen an der Nadelspitze unter Umständen Krankheitserreger enthalten.
Gefahr besteht vor allem für Drogenkonsumenten
Viele intravenös gebrauchende Drogenkonsumenten infizieren sich mit Aids-Erregern und - zahlreicher noch - mit Hepatitis-Erregern, weil sie bereits gebrauchte und mit Blutresten behaftete Spritzen selbst noch einmal verwenden. Wenn Drogengebraucher gemeinsam Drogen konsumieren, aber nicht genügend sterile Spritzbestecke zur Verfügung haben, ist die Gefahr der Ansteckung besonders groß (Konsum findet direkt nacheinander statt, Erreger sind noch nicht abgestorben).
Gefahr für Außenstehende
Weniger gefährlich ist in den meisten Fällen das Risiko für
Außenstehende, die mit Spritzenfunden konfrontiert werden. Die Spritzen liegen in der
Regel schon längere Zeit dort; die Erreger sind dann oft abgestorben.
Wird eine Spritze oder auch nur eine Injektionsnadel gefunden, und es verletzt sich jemand
daran, besteht dennoch die Gefahr, sich zu infizieren. Mit AIDS- (HIV-) und
Hepatitis-Erregern ist eine Infektion möglich. Sie sollten so vorsichtig wie möglich mit
Spritzenfunden umgehen und kein unnötiges Risiko eingehen.
Über vorbeugende Maßnahmen wie eventuellen Impfschutz gegen Hepatitis A und B wenden Sie
sich an Ihren Hausarzt oder an das Gesundheitsamt.
Verhaltensregeln bei Spritzenfunden
Werden in Parkanlagen, auf Spielplätzen oder am Rande von Spielplätzen,
in öffentlichen Toiletten oder sonstwo im öffentlichen Raum Spritzen gefunden, ist also
Vorsicht angezeigt. Wenn die Schutzkappe auf der Nadel der Spritze ist, diese auf jeden
Fall dort belassen. Die Spritze sollten Sie in der Mitte anfassen, vorsichtig aufheben und
in einen festen Behälter (harte Umhüllung, Coladose oder ähnliches) werfen und im
Hausmüll (Restmüll) entsorgen. Beim Aufheben evtl. ein Papiertuch, Handschuhe, eine
Greifzange oder ähnliches benutzen.
Eltern sollten ihre Kinder auf die Gefahren aufmerksam machen, da herumliegende Spritzen
einen besonderen Reiz auf Kinder ausüben. Spritzen sollen generell nicht von Kindern,
sondern von den Eltern entsorgt werden.
Gefundene Spritzen können zur sachgerechten Entsorgung bei der
Drogenberatungsstelle der Stadt und beim Verein INDRO e.V. in Münster abgegeben werden.
Für weitergehende Fragen stehen zur Verfügung:
- INDRO e.V., Bremer Platz 18-20, 48155 Münster, Tel.
0251-60123
- Drogenberatungsstelle der Stadt, Schorlemerstr. 8,
48143 Münster, Tel. 0251-4925173
Bisherige Aktivitäten zur Verbesserung der Situation reichen nicht aus
Notwendig zur Minderung des Drogenproblems sind u.a.
- Ausbau der vorbeugenden Aufklärungsarbeit über Drogengebrauch und den
damit verbundenen Risiken
- Erweiterung niedrigschwelliger Angebote
- Einrichtung von Konsumräumen zur hygienisch kontrollierten Anwendung von Drogen
- Ausweitung der Spritzentauschprogramme
- Ausweitung der mobilen Spritzenentsorgung und der aufsuchenden Szenearbeit
Hrsg.: INDRO e.V., Münster in Kooperation mit der Drogenberatungsstelle
der Stadt Münster
Mobile Spritzenentsorgung
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(Diese Seite wurde erstellt am 20.05.1999)